Es gibt einen Mythos, mit dem wir aufräumen müssen: die Vorstellung, dass ein Holzhaus, ein Tiny House oder eine ökologische Baustruktur „weniger belastend“ und daher frei von Baubeschränkungen sei. Wenn Sie planen, ein landwirtschaftliches Grundstück in Sizilien zu kaufen, um dort ein Fertighaus zu errichten, erfahren Sie hier, was Sie aus technischer und rechtlicher Sicht wissen müssen.
1. Das Gesetz achtet nicht auf das Material, sondern auf die Nutzung
Nach dem italienischen Baugesetzbuch (D.P.R. 380/01) spielt es keine Rolle, ob ein Haus aus Stahlbeton, Holz oder Stroh besteht. Wenn die Struktur fest mit dem Boden verbunden ist und für eine dauerhafte Wohnnutzung bestimmt ist, gilt sie in jeder Hinsicht als „Neubau“ (Nuova costruzione).
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Der Mythos der Räder: Selbst wenn das Gebäude Räder hätte, aber an Versorgungsleitungen (wie Wasser und Strom) angeschlossen ist, bleibt es nach italienischem Recht ein baupflichtiges Gebäude, für das alle entsprechenden Genehmigungen erforderlich sind.
2. Bebauungsdichte auf landwirtschaftlichen Flächen
Auf landwirtschaftlichen Grundstücken (Zona E) ist die Bebaubarkeit sehr gering, in der Regel liegt sie bei $0,03 \text{ m}^3/\text{m}^2$.
Das bedeutet: Um ein kleines ökologisches Wohnhaus von etwa 90 m² zu bauen, bräuchten Sie mindestens 3 Hektar (30.000 m²) Land.
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Ausnahme für Landwirte: Wenn Sie ein professioneller Landwirt (IAP) oder Vollerwerbslandwirt sind, können die Regeln etwas anders aussehen, sofern das Haus für die Bewirtschaftung des Bodens notwendig ist. Die Einschränkungen bleiben jedoch streng.
3. Landschaftsschutz und die Denkmalbehörde (Soprintendenza)
In Sizilien, besonders im Südosten (Syrakus, Avola) oder an den Hängen des Ätna, unterliegen viele landwirtschaftliche Flächen folgenden Auflagen:
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Landschaftsschutz (Vincolo Paesaggistico): Die Denkmalbehörde (Soprintendenza) muss das Projekt genehmigen. Ein modernes Holzhaus wird unter Umständen nicht akzeptiert, wenn es nicht der ländlichen Ästhetik des Ortes entspricht (Trockenmauern, Erdtöne, typisch sizilianische Architektur).
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Hydrogeologische oder archäologische Auflagen: Diese zusätzlichen bürokratischen Hürden machen die Installation eines Fertighauses genauso komplex wie den Bau eines traditionellen Hauses.
4. Das strafrechtliche Risiko: Illegales Bauen (Abuso Edilizio)
Das Aufstellen eines Fertighauses auf landwirtschaftlichem Grund ohne Baugenehmigung (Permesso di Costruire) erfüllt den Tatbestand der illegalen Parzellierung oder des Bauvergehens. Die Strafen sind sehr hoch und ziehen fast immer einen Abrissbefehl sowie die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands nach sich.
Was ist also die Lösung?
Es ist nicht alles verloren! So gehen Sie korrekt vor:
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Nutzung bestehender Bausubstanz: Der einfachste Weg ist der Kauf eines Grundstücks, auf dem sich bereits eine kleine Ruine oder ein ordnungsgemäß eingetragenes Lagergebäude befindet. In diesem Fall können Sie dieses abreißen und in Biobauweise unter Beibehaltung des bestehenden Volumens neu aufbauen.
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Flächennutzungsbescheinigung (CDU): Bevor Sie ein Grundstück kaufen, bitten Sie uns von Domus Sicilia, das CDU zu analysieren, um genau zu verstehen, was und wie viel Sie bauen dürfen.
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Architektonisches Projekt: Vertrauen Sie auf einen Fachmann, der ökologisches Bauen mit den sizilianischen Ästhetik-Vorgaben vereinen kann, um die Genehmigung der Behörden zu erhalten.
Bioedilizia ist die Zukunft, nachhaltig und wunderbar, aber es ist keine bürokratische Abkürzung. Ein Fertighaus auf landwirtschaftlichem Grund muss denselben Weg gehen wie ein Steinhaus: Projekt, Erschließungskosten und kommunale Genehmigungen.
Haben Sie ein Grundstück gesehen, das Ihnen gefällt? Gehen Sie kein Risiko ein. Kontaktieren Sie uns für eine technische Beratung, bevor Sie investieren.
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