Sich für ein Domizil auf Sizilien zu entscheiden – sei es ein edler Barockpalast im Herzen von Catania oder ein Anwesen an den Hängen des Ätna – bedeutet, ein Erbe aus Lavastein und jahrtausendealten Traditionen anzunehmen. Inmitten des Festes der Heiligen Agatha, der drittgrößten religiösen Feier der Welt, verbirgt sich eine legendäre Figur, die das Wesen der catanesischen Seele perfekt verkörpert: die Ntupatedda.
Wer waren die Ntupatedde?
Der Name leitet sich vom sizilianischen Dialektwort attuppari (schließen, bedecken) ab. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert genossen die Frauen von Catania während der Festtage (4. und 5. Februar) ein für die damalige Zeit einzigartiges und fast unglaubliches Privileg: das Recht auf absolute Anonymität.
Gehüllt in elegante Kleider, meist aus schwarzer Seide, mit einem Umhang, der die Formen verbarg, und einem kunstvoll über das Gesicht geknoteten Tuch, ließen die Ntupatedde nur ein einziges Auge frei. So „attuppate“ (verhüllt) wurden sie selbst für ihre eigenen Ehemänner oder Väter unerkennbar.
Ein Tag absoluter Freiheit in den Gassen des Barock
In einer strengen und patriarchalen Gesellschaft war die Ntupatedda eine eklatante Ausnahme. Geschützt durch den Schleier wurde das Auge der Frau zur alleinigen Hauptfigur:
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Sie konnten allein und ohne Begleitung durch die Stadt ziehen.
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Sie durften Passanten necken oder Süßigkeiten und Geschenke annehmen.
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Sie konnten sogar Männer zum Tanz auffordern oder mit ihnen scherzen und genossen dabei eine Handlungsfreiheit, die wir heute als „modern“ bezeichnen würden.
Niemand wagte es, sie zu stören; die Tradition machte sie unantastbar, umhüllt von einer Aura respektvoller Mystik. Selbst der berühmte Schriftsteller Giovanni Verga war von ihnen fasziniert und beschrieb sie meisterhaft in seiner Novelle „La coda del diavolo“ (Der Schwanz des Teufels).
Von Schwarz zu Weiß: Die Wiedergeburt eines Mythos
Nachdem diese Tradition in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Gründen der „öffentlichen Moral“ verboten worden war, ist sie in den letzten Jahren wieder aufgeblüht. An jedem 3. Februar zieht ein Korso moderner Frauen – diesmal in Weiß gekleidet (ein Symbol der Reinheit und eine Hommage an das traditionelle Gewand der Heiligen Agatha) – durch das historische Zentrum von Catania.
Zwischen den Adelspalästen der Via Etnea und den barocken Plätzen fordern diese zeitgenössischen Ntupatedde ihre Selbstbestimmung mit Tänzen und Trommelrhythmen ein. Es entsteht ein atemberaubender visueller Kontrast zum dunklen Grau des Lavasteins, der die Architektur der Stadt prägt.
Warum erzählen wir diese Geschichte auf Domus Sicilia?
Für uns von Domus Sicilia bedeutet der Verkauf einer Immobilie, den kulturellen Wert der Region weiterzugeben. Stellen Sie sich vor, Sie blicken vom Balkon einer historischen Wohnung in der Via Crociferi und beobachten das Vorbeiziehen der geheimnisvollen Ntupatedde. Oder Sie besitzen einen Garten, in den vor Jahrhunderten diese legendären Gestalten nach ihren festlichen Streifzügen zurückkehrten.
Die Investition in eine Immobilie in Catania oder in den umliegenden Dörfern ist nicht nur ein finanzielles Geschäft: Es ist der Erwerb eines Logenplatzes, um das Spektakel der Geschichte hautnah zu erleben.
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